Verfasst von: Nummer Neun | 2. April 2010

Entfesselt

Auch im fortgeschrittenen Alter lernt man öfter mal was Neues. Man tastet sich an neue Techniken heran. Und gibt für eine Ware Geld aus, die man nicht mal anfassen kann.

Neulich bei Myspace: Durch den Link bei einem anderen Künstler landete ich bei den Raveonettes. Klang gut, gefielt mir, was also sollte das Album kosten? 17 € die CD, sagte Amazon. Aber auch: Nur 7 € als Download! Zehn Euro sparen, aber das Album nur als Datei haben? Ein Blick rüber zu meinen gesammelten CDs, Blick zurück auf den Bildschirm. Also was soll’s, mal ausprobieren. Die von Amazon empfohlene Software war schnell installiert, das Album mit wenigen Klicks eingekauft und dann konnte es losgehen.

Der Download ging beeindruckend schnell, innerhalb weniger Minuten war das komplette Album auf meinem Rechner. Und kurze Zeit später auch auf meinem Sansa und das Album startete mit einem Bang.

Das ganze geht also deutlich schneller als in den Laden gehen und kaufen. Oder online bestellen und warten, bis der Briefträger klingelt. Heute morgen ist das neue Album vom Sigur Rós-Sänger Jónsi erschienen. Um Mitternacht, genau genommen. Da ich noch wach war , gehörte es 15 Minuten später mir, befand sich weitere 5 Minuten später auf meinem Laptop. Und ist nun um 0:25 Uhr auf meinem Sansa und wird dann in einigen Stunden, nach dem Aufstehen, im Zug nach Hause gehört werden. Da werden die isländischen Elfen wieder tanzen. Nur etwas schade, dass man nichts mehr hat, was man in den Schrank stellen kann. Und man sich kein kunstvolles Artwork anschauen kann.

Sollten sich die Downloads wirklich durchsetzen und damit die Musik von physischen, unveränderlichen Speichermedien entkoppeln (hach, wie das klingt), sollte es konsequenterweise auch Stereoanlagen mit riesigen Festplatten geben. Weil Laptop ständig an gescheiten Boxen angeschlossen zu haben, das halte ich für eher unwahrscheinlich. Kann ich mir die Idee noch schützen lassen?

Am Ende da, wo es hingehört.

Statistik zum März: Insgesamt sind es 543 Views geworden. Zum Vergleich: Im Februar 2010 waren es 507, im März 2009 sogar 627 Seitenabrufe. Und die Linkliste ist auch mal wieder überarbeitet. Also mal draufklicken und dann auf anderen tollen Seiten weitersurfen. So, und damit Frohe Ostern.

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Responses

  1. Ich gebe zu, ich habe auch schon mal Geld für einen Download ausgegeben. Trotzdem bin ich der Meinung, für digitale Daten eigentlich nicht bezahlen zu wollen. Geld gebe ich für etwas aus, das ich in der Hand halten, mir ins Regal stellen kann, sprich: Eine CD. Digital sollte Musik umsonst erhältlich sein. (Was sich vonseiten der Künstler ja auch immer mehr durchsetzt.) Nur so als Einwurf: Vor einiger Zeit wurde eine Studie veröffentlicht, nach der durch die Anzahl an illegalen Downloads der Umsatz der Musikkonzerne zwar stark zurückging, der Gewinn der Künstler aber in den letzten Jahren anstieg, weil dadurch, dass Bands ihre Musik kostenlos im Netz zur Verfügung stellten, mehr Menschen auf ihre Musik aufmerksam wurden, sie mehr Konzertkarten verkauften usw. Kurz: Über kurz oder lang wird das Internet die Musikindustrie überflüssig machen, die Künstler werden profitieren. Und ich werde immer noch CDs kaufen, wenn ich der Meinung bin, die Musik sei es wert, Geld dafür auszugeben. (Nur sollten die CDs eben keine 17€ kosten. Vor allem, wenn die Künstler nicht mal 10% davon kassieren.)

    Btw.: Die Raveonettes sind klasse. Und Jónsi / Sigur Rós natürlich umso mehr.

  2. Für digitale Daten eigentlich nicht bezahlen zu wollen, da kann ich nicht so ganz mit einverstanden sein. Denn bei einer großen Anzahl der Fälle kommt es eben nicht zu der von dir ja richtigerweise angesprochenen weiteren Unterstützung der Bands und Künstler, sondern die Musik wird einfach runtergeladen – und der Künstler bekommt gar nichts und im Zweifel noch nicht mal was davon mit.

    Aber zum eigentlichen Post: Bei Amazon runterladen ist unkompliziert und oft auch recht günstig. Ich hab das ne Zeit lang auch gemacht, dann aber Napster für mich entdeckt. Die bieten eine Musik-Flatrate an, bei der du für 9,99 im Monat unbegrenzt runterladen kannst. (Der erste Monat ist sogar kostenlos) Wenn man die Dateien dann mit einem Programm konvertiert, kann man die auch auf CD brennen, auf dem mp3-Player hören etc. Das ist noch günstiger und die Auswahl ist wirklich sehr groß. Was mich natürlich nicht vom CD-Kauf abhalten kann. Aber das, was man sich eben nicht unbedingt für gutes Geld auf CD zulegen will, kann man so sehr günstig und sehr legal runterladen. Ich bin bisher jedenfalls sehr zufrieden damit, kann ich nur empfehlen.

  3. Ich sehe auch kein Problem, für digitale Dateien zu zahlen. Im Moment ist es doch schon so, dass du im Prinzip fast alles, was erscheint auch umsonst im Netz hören kannst. Sei es auf der myspace-Seite des Künstlers oder auf youTube oder woanders. Da findet im Regelfall schon ein Großteil eines Albums. Es ist zwar für jeden verfügbar, aber „besitzen“ ist das nicht. Wenn ich ein Album haben möchte, muss ich es bei mir haben, auf meinen Geräten, wo ich immer ran komme, wo ich nicht auf eine Internetverbindung angewiesen bin. Und dafür zahle ich.

    Ich glaube auch, dass die aktuelle Situation grade für die Armada der kleineren Bands gut ist. Sie können vielleicht leichter als früher Bekanntheit aufbauen und so ihre Musik unters Volk bringen. DAS war so bisher noch nie möglich.


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