Verfasst von: Nummer Neun | 15. Januar 2011

Der KSC im Januar 2011

Nach ewigen Zeiten mal wieder ein Eintrag zum KSC. Nach den vielen enttäuschenden Auftritten in den letzten Monaten habe ich mir diesen privaten Spaß auch mal verdient.

Der Karlsruher SC – eine Bestandsaufnahme im Januar 2011.

Das Präsidium und das Managment. Nach dem Zwischenspiel von Metzger hat jetzt Wellenreuther übernommen, Bundespolitiker und KSCler seit Kindestagen an, und macht nach außen hin bisher einen ruhigen und überlegten Eindruck. Auf sein Konto geht auch die Verpflichtung des neuen Trainers. Als Sportmanager ist seit einiger Zeit nun Arnold Trentl zu Gange, der mir auf seinem Posten etwas fantasielos erscheint. Das man seinen Vertrag erst einmal nur um ein halbes Jahr verlängert hat, zeugt nicht grade von Vertrauen.

Der Trainer. Schupp, Kauczinski, Rapolder. Unter Schupp war das ein verlorenes Jahr. Schupp streitete im Prinzip für alles (Traingslager, Testspiele, Neuverpflichtungen) die Verantwortung ab, Identifikation sieht anders aus. Ziemlich planlos warf er die Nachwuchsspieler ins Team, änderte die Taktik und rotierte durch. Das alles sah sehr beliebig aus. Sein Nachfolger hielt sich mit seiner indirekten Kritik nicht zurück. Kauczinski: Wir müssen vor allem taktisch viel arbeiten … wir müssen am Spielkonzept arbeiten. Wir wollen unser Spiel nach vorne verbessern, wir müssen uns da Laufwege erarbeiten und automatisieren. Aber wir müssen auch defensiv besser stehen (Quelle). Hat er irgendeinen Bereich vergessen, um den sich ein Trainer kümmern muss? Rapolder konnte dann mit einem souveränen 4:0 starten und legte dann auch noch einen zweiten Heimsieg nach, was ihm erst einmal ein gewisses Grundvertrauen einbrachte. In der Winterpause setzte er dann die Eckpfeiler: Kein Trainingslager in der warmen Türkei, mit Buckley und dem unbekannten Omerbegovic zwei neue, schnelle Außenspieler, die genau in sein System passen. Spielertypen, die es mit Ausnahme vielleicht von Fink vorher nicht gab. Und er setzt zunächst einmal auf Erfahrung.

Die Mannschaft. Robles, Nicht. Demirtas, Konrad, Langkamp, Langkamp, Müller, Schäfer, Witschi, Zimmermann. Aduobe, Buckley, Cuntz, Engelhardt, Kern, Krebs, Mutzel, Porcello, Rieß, Rupp, Schröder, Staffeldt. Akin, Chrisantus, Dulleck, Fink, Iashvili, Nguyen, Omerbegovic, Timm, Voglsammer, Zoller. Wer genau mitgezählt hat, ist bei 32 Spielern gelandet, die in dieser Saison bereits zum Einsatz gekommen sind. Wer die alle auswendig aufsagen kann, sollte sich bei Wetten Dass melden. Durch 3 verschiedene Trainer und einer Vielzahl von Verletzungen gab es immer wieder Umstellungen in der Startelf, eine feste Achse von unantastbaren Spielern gab es im Prinzip nicht. Viele Probleme in der Hinrunde schienen oftmals eher psychische Ursachen zu haben: Die Angst teilweise vor dem Abschluß, das Einbrechen nach einem Gegentor. Dazu kommen Ungenauigkeiten im Passspiel und eine Vielzahl von Gegentoren in den ersten 2-3 Minuten nach Anpfiff der Halbzeiten. Unkonzentriertheiten.

Das Wildparkstadion zu besseren Bundesligazeiten.

Die erste Elf. Rapolder scheint seine Elf von hinten heraus aufzubauen, jedenfalls lichtet sich da schon am ehesten der Nebel. Robles im Tor, zwar ab und an mit einigen Wacklern, aber er strahlt eine gewisse Ruhe und Sicherheit aus. In der Abwehr stehen Sebastian und Matthias Langkamp in der Mitte, links ist Schäfer relativ unantastbar. Schäfer hat pro Spiel immer mal einige dynamische Ausflüge nach vorne, bei den Flanken ist dann auch öfter mal was brauchbares dabei. Rechts in der Abwehr spielte die meiste Zeit der junge Zimmermann, Rapolder scheint mit ihm aber eher im Mittelfeld zu planen. Statt dessen hat er dort schon Demirtas und nun den Neuen, Witschi, getestet. Könnte mir vorstellen, das letzterer sich nun noch ein paar Spiele beweisen darf. Im defensiven Mittelfeld ist mittlerweile der schon angesprochene Zimmermann angekommen, einer der wenigen, der sich in dieser Saison noch weiter entwickeln konnte. An seiner Seite wird wohl der erfahrene Mutzel spielen, den Rapolder als einen seiner Führungsspieler bezeichnet. Aduobes Zeit scheint langsam vorbei, Engelhardt steht sich oft selbst im Weg. Vor dem Duo wird es wohl zwei offensive Außenspieler geben. Links ziemlich sicher Neueinkauf Buckley, der mit seiner Schnelligkeit gegenüber den kleinen Dribblern im Kader punktet. Auf der rechten Seite gäbe es die Wahl zwischen Staffeldt, Krebs, Omerbegovic oder auch Fink. Nach der bisherigen Saison könnte dort Staffeldt gesetzt sein, der auch Defensiv seine Qualitäten hat. Einen der beiden Plätze im Sturm hat Kapitän Iashvili sicher, um den zweiten Platz streiten sich Chrisantus, Fink und neuerdings anscheinend auch Rupp. Hätte ich was zu sagen, würde ich Fink spielen lassen.

Ausblick. Eigentlich muss man mit dieser Mannschaft die Klasse halten, wenn die Spieler denn den Ernst der Lage erkennen und sich nicht nur punktuell reinhängen. Je früher man das schafft, um so besser. Rapolder traue ich zu, dass er dann rechtzeitig auch seine Vorstellungen der Kadergestaltung durchdrücken kann, um dann die verkorkste Planung der letzten 2 Jahre endlich auszugleichen. Aber bis es soweit ist heißt er erst einmal Einsatz zeigen, mit spielerischen Mitteln alleine wird man nicht weit kommen. Und dann muss man an der Chancenverwertung arbeiten.

Andrei Cristea stürmt nach Karlsruhe (via).

[Update 16.01.11]: Heute hat ein neuer Stürmer unterschrieben: Andrei Cristea, aktueller Nationalspieler und Torschützenkönig der rumänischen Liga, wechselt in den Wildpark. Dass das wirklich klappt, damit hätte ich nicht gerechnet. Cristea könnte tatsächlich die große Sturmhoffnung sein und demnächst an der Seite von Iashvili auf Torejagd gehen.

Der KSC in der Saison 2010/2011

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Responses

  1. Ich brauche mal deine Hilfe. 😉 Deine Fußball-KSC-Hilfe. 😉 Dein Eintrag hat mich nämlich auf eine Idee gebracht. Mein Freund ist auch KSC-Fan und leidet bekanntlich auch unter den Niederlagen. Ich = Null Ahnung vom Fußball und überhaupt. Aber dachte ich mir: Oh, nette Idee, sollten sie doch absteigen müssen, ihn Karten zu schenken. Noch mal in der zweiten Liga sehen oder so. Nein, male den Teufel nicht an die Wand, aber ist doch trotzdem nette Idee ihn damit eine Freude zu bereiten. ABER, hier kommst du ins Spiel: Kannst du mir zufällig verraten, welche Gegner interessant wären?! Doofe Frage, ich weiß, aber halt keine Ahnung und dazu stehe ich. 😉 Habe gesehen, dass Augsburg, Hertha und Cottbus ganz oben stehen und gegen die müssen sie sogar zu Hause noch spielen. Jedenfalls deute ich das so. 😉 Aber gibt es noch andere interessante Gegner, warum auch immer? Vereinsgeschichte und so…danke schon mal für deine Hilfe! 🙂 Und danke für die Idee! Auch wenn du sie mir nicht bewusst gegeben hast…;)

  2. Hallo ide, dein Freund ist mir schon mal sympathisch 🙂 Ich schick dir per Mail eine Antwort.


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