Verfasst von: Nummer Neun | 13. Juni 2011

Nachbarn

Vergangenen Montag hatte ich ja aufgrund von Rock im Park noch frei. Den Tag braucht man ja schon, um wieder in Ruhe Nürnberg zu verlassen und neue Kräfte zu tanken. Mittags war ich bereits wieder in München. Ich war also, ungewöhnlicherweise, an einem Werktag einen halben Tag zu Hause in der Wohnung. Und was passiert? Ich nehme von Hermes ein Päckchen für die Nachbarn an.

Für die ländlichen Leser dieses Blogs sei gesagt: In der Stadt ist es nichts ungewöhnliches, dass man seine Nachbarn nicht kennt. Im Grunde genommen würde ich außerhalb des Hauses niemanden mehr von meinen Nachbarn erkennen. Vielleicht ausgenommen des Mannes, der rechts von mir wohnt. Bei den anderen? Keine Chance. Über mir wohnen einige WGs, von den Namen an den Briefkästen her zu schließen ist da eh dauernd ein Wechsel drin, so dass man da gar nicht die Chance hat, sich die Gesichter zu merken.

Links von mir, in der Wohnung wohnten lange Zeit die einzigsten im Haus, mit denen ich mal länger gesprochen hatte. Familie mit zwei Kindern. Wachsen zweisprachig auf: Deutsch und Französisch. Die ich auch schon mal im Supermarkt traf oder in der Grundschule, wo wir immer wählen müssen. Die sind allerdings vor anderthalb Jahren ausgezogen. Jetzt wohnen dort zwei Leute, die mir bisher erst ein einziges Mal auf dem Flur begegnet sind. Aber sonst hört und sieht man von ihnen nichts. Kein Krach am Sonntag Morgen, seltenst sind abends die Fenster beleuchtet. Das einzigste, was mir sofort aufgefallen ist: Sie heißen fast so wie mein oberster Geschäftsführer auf der Arbeit. Aber eben auch nur fast.

Nun habe ich vergangenen Montag ein Päckchen für die Beiden, für sie, um genau zu sein, angenommen. Von Bon Prix. Seit dem versuche ich an jedem Abend ihnen das Päckchen zu geben. Aber es reagiert nie jemand auf mein Klingeln. In den Briefkasten passt es nicht. Ok, fairerweise muss man sagen, jetzt über Pfingsten war ich nicht hier. Trotzdem. Wie werde ich nur je diese Päckchen wieder los?

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Responses

  1. Haha… das könnte mir nicht passieren… wenn eines meiner Päckchen/Pakete landet, dann bin ich schneller bei denen, als der Hermes-/DHL-/was-auch-immer-Mensch den Motor wieder angeschmießen hat.

    Vielleicht mal nen Zettel einwerfen, dass du nen Paket für die Leute angenommen hast… hat Hermes vielleicht vergessen… hm…

  2. Ich weiß nicht, wie das Miethaus so ist. Vertrauenswürdig oder nicht. Aber hier in meinem Haus nimmt jeder für jeden Päckchen an und legt diese dann vor die entsprechende Tür. In KS wäre das nie gegangen, was ich so gehört habe. Da wurde geklaut ohne Ende. Aber hier ist das problemlos und toll! 🙂 Meine Idee wäre sonst identisch mit Jana: Zettel schreiben, dass das Päckchen bei dir ist und in den Briefkasten werfen. Vielleicht noch drauf von wann bis wann du ca. immer zu Hause bist. Also während der Woche. Manchmal verpasst man sich ja.

  3. Ja hier würde ich es jetzt auch nicht unbedingt vor die Tür legen. Habe im Moment ja nicht mal ein Zeichen, dass die überhaupt mal in der Wohnung sind und nicht z.B. im Urlaub.

  4. hm. kriegt man nicht eigentlich so nen zettel, auf dem steht, dass das päckchen beim nachbarn ist? ich bekomme solche zettel. abwarten. das dumme ist: du hast auf dem ding ja unterschrieben. auf diesem post-ding. deswegen bist du wohl dafür verantwortlich. 🙂

  5. ICH BIN ES LOS! Heute morgen habe ich sie im Treppenhaus erwischt bzw. sie mich. Sie hätte schon öfter versucht, mich zu erreichen, hat sie gesagt. Sie! Mich!

  6. Heute lag wieder ein Päckchen vor meiner Tür. 🙂


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