Verfasst von: Nummer Neun | 30. September 2011

Serienwahn 2011/III

Alien-Invasionen, Morde in deutschen und amerikanischen Kleinstädten, mysteriöse Gegenstände und ein Serienkiller in Miami. Das sind die Zutaten des dritten Serienwahns des Jahres.

Dexter (Staffel 3, AXN / RTL II) 6 von 10

Amerikas vielleicht beliebtester Serienkiller findet in der dritten Staffel mit dem zwielichtigen Staatsanwalt Miguel Prado einen neuen besten Freund. Nur wie weit kann er ihm trauen? Er zeigt ihm, wie man mordet, bringt ihm seinen Kodex bei, doch dann verfolgt Prado seine eigenen Pläne. Leider plätschert ein Großteil der Staffel so vor sich hin, Dexter gerät nie glaubhaft in Gefahr und auch der Serienkiller in dieser Staffel will nicht so recht zünden. Das letzte Drittel zieht dann noch etwas an, wird Dexter auch an seinen besten Freund Hand an legen? Es bleibt aber dabei, die Spannung ist in dieser Staffel ein wenig raus.

Falling Skies (Staffel 1, TNT Serie) 7 von 10

Aliens haben die Erde überfallen und fast alles menschliches Leben ausgelöscht. Die letzten Menschen haben sich in Widerstandsgruppen zusammen gefunden und versuchen zu überleben. Unter ihnen ist der Geschichtsprofessor Tom Mason, dessen Sohn von den Aliens entführt wurde und nun von ihnen kontrolliert wird. Die 10 Folgen der von Spielberg produzierten Serie hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Zwischen düsterer Kriegs-SF und Familiendrama pendelt es hin und her, ohne sich konsequent für eine Seite zu entscheiden. Zwar kann man die Serie gut wegschauen, richtig hängen bleibt aber wenig. Dafür wurde auch das Handeln der Außerirdischen bisher zu wenig erklärt und interessant gemacht. Wenigstens wurde die Rolle der Kinder nicht unnötig gepuscht, bei Spielberg weiß man ja nie. Der Cliffhanger zur 2. Staffel ist jedoch äußerst gelungen und verspricht etwas mehr Sciene Fiction.

Mord mit Aussicht (Staffel 1+2, Das Erste) 6 von 10

Kriminalkomissarin Sophie Haas wird von Köln in das Eifeldorf Hengasch versetzt, einem verschlafenen Ort quasi ohne Verbrechen. Zusammen mit ihren Kollegen Schäffer und Schmied soll sie dort für Recht und Ordnung suchen. Doch es gibt mehr Morde und Straftaten, als sie zunächst dachte. Krimikost aus Deutschland, das Erste wiederholte die beiden ersten Staffeln mit 13 Folgen im Vorabendprogramm. Bei mir dauerte es ein paar Folgen, bis ich wirklich auf die Serie ansprang. Dann war es aber nette Unterhaltung, immer etwas zum Schmunzeln, in einem langsamen Tempo. Aber mit durchaus skurillen Einfällen.

Twin Peaks (Staffel 1, DVD) 8 von 10

Wer ermordete Laura Palmer? FBI Special Agent Dale Cooper reist in die Kleinstadt Twin Peaks, um hier dieses Rätsel zu lösen. Aber in dieser oberflächlichen Kleinstadtidylle ist nichts so, wie es scheint und alle Bewohner haben dunkle Geheimnisse. David Lynchs Mix aus Krimi und Seifeoper mit einer Prise Mystery fasziniert auch 20 Jahre nach der Erstausstrahlung noch. Ich hatte die Serie vielleicht vor 10 Jahren schon einmal gesehen und war sofort wieder gefangen. Wenn man in der Pilotfolge sieht, wie die Nachricht von Lauras Tod langsam bei den Bewohnern der Stadt ankommt und für viele eine Welt zusammen bricht, das ist schon sehr emotional. Und dann noch diese Musik dazu: Das verursacht immer noch eine Gänsehaut. Der Mysteryansatz, die fortlaufende Handlung, der große Cast: Diese Serie nahm bereits viel der heutigen modernen Serien vorweg. Die erste Staffel ist mit der Pilotfolge und den sieben Folgen auch erfreulich kurz und knackig geraten.

Twin Peaks (Staffel 2, DVD) 7 von 10

So langsam lüftet sich der Schleier um den Tod von Laura Palmer. Aber was ist das für ein zweites Tagebuch? Wer oder was ist Bob? Und wo kommt auf einmal Coopers alter Partner Windom Earl her? Fragen über Fragen für die Polizei von Twin Peaks. Die zweite und letzte Staffel ist mit mehr als 20 Folgen deutlich umfangreicher geworden, was der Serie nicht unbedingt gut tut. Nach dem der Tod von Laura in der Mitte der Staffel halbwegs aufgelöst ist, fehlt etwas der Rahmen, der die ganzen Handlungsstränge zusammen gehalten hat. Interessant bleibt es trotzdem. Der Mysteryanteil war gar nicht mal mehr so hoch, wie ich ihn in Erinnerung hatte, dafür scheinen viele Geschichten aus Telenovelas heraus geschnitten worden und in die Thrillerhandlung integriert worden zu sein. Aber wer sich an skurillen Figuren (z.B. David Duchovnys erster Auftritt als FBI-Agent) und überraschenden Wendungen erfreuen kann, für den ist die Serie auch nach wie vor etwas. Da wird die Staffel im Making-Of auf der DVD schlechter gemacht, als sie wirklich war. Fies nur, dass die Serie mit einem bösen Cliffhanger endet.

V – Die Besucher (Staffel 1, Pro Sieben) 6 von 10

Ein Priester, eine FBI-Agentin, ein Widerstandskämpfer und ein Überläufer versuchen, die Erde vor Außerirdischen zu beschutzen. Könnte der Anfang eines Witzes sein, ist aber die Grundidee dieser Serie. Was führen die Aliens und ihre Anführerin Anna im Schilde – kommen sie wirklich in friedlicher Absicht oder verfolgen sie ganz andere Ziele? Natürlich ist letzteres der Fall. Von Pro7 im Sommer in 4 Wochen durch den Sender gejagt, fängt die Serie stark an, baut dann zwar etwas ab, bleibt aber bis zum Ende spannend. Spricht für die Story, weil handwerklich blieben die Spezialeffekte etwas blass. Die Innenszene im Raumschiff waren deutlich als Bluescreen zu erkennen, die Außerirdischen sehen in 95% ihrer Screenzeit aus wie normale Menschen. Aber erfreulicherweise – wenn man das so sagen darf – hat man wirklich das Gefühl, die ganze Erde wäre in Gefahr und nicht nur Amerika. Also: Kurzweilige Sommerserie.

Warehouse 13 (Staffel 2, SyFy) 7 von 10

Die Special Agents Pete und Myka schieben weiterhin Dienst für das Warehouse 13 und fahnden nach mysteriösen Artefakten. Wie schön, eine Serie ohne große Storyline, wo man mehr oder weniger Folge für Folge isoliert betrachtet folgen kann. Das ist spannend und unterhaltsam, lustig und nett anzuschauen. Allerdings ist es manchmal nur ein schmaler Grad zwischen lustig und albern, der manchmal leider haarscharf überschritten wird. Die Serie macht Spaß, was vor allem an den sympathischen Hauptfiguren liegt und den teilweise originellen Ideen. Nur die überflüssige und nicht ins Bild passende Weihnachtsfolge der Staffel hätte man sich sparen können.

***

Das war es schon wieder für dieses Quartal. Beim nächsten Mal sollte es Sat1 dann endlich geschafft haben, die aktuelle NCIS-Staffel fertig zu senden. Außerdem sind von einigen meiner Lieblingsserien (wie Breaking Bad oder Walking Dead) neue Staffeln angekündigt, Games of Thron soll starten, so dass es auch Ende Dezember wieder einiges zu berichten gibt.

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Responses

  1. V würdem ich auch irgendwie reizen…aber ist das Aliengenre nicht langsam übersätigt?..genau wie bei den Vampiren

  2. Das Aliengenre ist nicht unbedingt übersättigt, es ist einfach immer die Frage, „wie“ man es erzählt. Darauf kommt es letztlich ja auch bei Crimeserien an. Bei den Vampirserien weiß ich es nicht, mehr als True Blood kenne ich da ehrlich gesagt nicht.


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