Verfasst von: Nummer Neun | 3. April 2012

Serienwahn 2012/I

Und wieder eine neue Runde im Serienwahn. Premiere: Es ist eine echte Reportage-Serie mit dabei. Der Sender FOX ist der große Gewinner dieses Mal, hier wurde ich in den letzten Monaten oftmals fündig. Viel gutes war dabei und ein überragendes Comeback. Der Reihe nach:

American Horror Story (Staffel 1, FOX) 8 von 10

Ben und Vivien beziehen zusammen mit ihrer Tochter ein altes Haus in Los Angeles. Sie hatten Probleme in ihrer Ehe und wollen durch den Umzug einen Neuanfang starten. Was sie nicht ahnen: Im Haus geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Geheimnisvoll kommt sie daher, diese neue Serie. In den ersten Folgen wimmelt es von spukigen und mysteriösen Figuren, brutal und gruselig geht es zu. Gänsehautatmosphäre pur. Im Laufe der Staffel ändert sich ein wenig das Grundkonzept, vom Geist der Woche entwickelt es sich weiter zu einer einzigen großen Story. Die Fragezeichen lichten sich und die losen Fäden laufen wieder zusammen. Die Abschlußfolge enttäuscht dann leider ein wenig. Trotzdem eine sehr starke Staffel.

The Big C (Staffel 2, FOX) 6 von 10

Die zweite Staffel ist etwas schwächer als die erste. Cathy kämpft immer noch gegen ihren Krebs und nimmt dazu an einer (nicht näher benannten) medizinischen Studie teil. Dabei trifft sie auf einen weiteren krebskranken Patienten, mit dem sie sich langsam anfreundet. Leider ist dieses Mal vieles vorhersehbar und die Freakfaktoren, die jede Comedy hat, schwächer als in der ersten Staffel. In Worten: Der überzeugt obdachlos lebende Bruder wird sesshaft und damit etwas uninteressanter. Und das moralische kommt etwas arg mit dem Holzhammer. Das Staffelfinale dagegen ist gelungen und erzeugt Gänsehaut.

The Defenders (Staffel 1, FOX) 6 von 10

Jim Belushi (Mein Partner mit der kalten Schnauze, Immer wieder Jim) und Jerry O’Connell (Sliders) sind zwei Rechtsanwälte in Las Vegas, die es Woche für Woche immer wieder mit brisanten und skurillen Fällen zu tun bekommen. Die Serie lebt von ihren beiden Hauptdarstellern, sie stehen meistens mehr im Mittelpunkt als die Fälle. Das ist jetzt nichts episches oder legendäres, sondern man bekommt das, was man erwartet. Genretypisch wird da gerne mal ein weißes Kaninchen am Ende der Folge zur Rettung aus dem Hut gezaubert, damit muss man sich abfinden. Dann ist es eine vergnügliche Serie, die man schön nebenbei laufen lassen kann. Wurde aber leider nach der 1. Staffel schon wieder abgesetzt.

Dexter (Staffel 4, AXN) 9 von 10

Der Trinity-Killer treibt in Miami sein Unwesen und beschäftigt die Polizei und Dexter. Und Dexter erkennt Gemeinsamkeiten zwischen sich und dem Killer. Ist der Killer am Ende gar wie er? Nach der dritten Staffel hatte ich schon fast mit der Serie abgeschlossen, aber das dran bleiben hat sich gelohnt, die vierte Runde ist einfach grandios. John Lightow als in der Gesellschaft verankerter Serienkiller ist ein würdiger Gegenspieler. Wie ein Strudel ziehen einen die Ereignisse in seinen Bann und man möchte Dexter am liebsten stoppen, wie er sehenden Auges immer tiefer in den Abgrund stürzt. Und dann das Ende der Staffel… unglaublich. Verstörend. Daran hat man zu knabbern.

Doctor Who (Staffel 5, FOX) 7 von 10

Bei der Staffelzählung habe ich mich auf Wikipedia verlassen. Der Einstieg fiel zu dieser Stalle relativ leicht, beginnt sie doch mit dem Erscheinen des elften Doktors. Der namenlose Doktor ist ein Zeitreisender, der sich mit Hilfe der TARDIS, der bekannten blauen Telefonzelle, durch Raum und Zeit bewegt und dabei die Menschheit vor kleineren und größeren Katastrophen bewahrt. Zu Beginn dieser Staffel trifft er auf die hinreißende Amy Pond, die ihn dann auf seinen weiteren Abenteuern begleitet. Diese sind von wechselnder Qualität, von schundromanigen 60er Jahre SF bis hin zu sehr spannenden und verdrehten Stories ist da vieles dabei. Allein bei dem Versuch, den finalen Zweiteiler zu verstehen, bildet sich leicht ein Knoten um Hirn. Ich brauchte etwas, um mit der Hauptfigur warm zu werden, aber dann geriet die Serie zu einem kurzweiligen Spaß. Nur die Daleks, diese roboterhaften Außerirdischen, die gehen mal gar nicht und sehen so billig aus, als hätten man sie direkt aus den Ursprungstagen der Serie hier her gebeamt.

Doctor Who (Staffel 6, FOX) 6 von 10

Und die nächste Staffel gleich im Anschluß. Die hektische Art des Doktors wird einem immer sympathischer, bei den Stories waren jedoch weniger positive Rausreißer dabei als noch in der Vorgängerstaffel. Manches wirkte recht konfus und konstruiert. Der ganze Handlungsbogen mit dem Nachwuchs von Amy konnte mich nicht begeistern und auch das Finale mit der Auflösung der Staffel geriet etwas überfrachtet. Da wäre weniger dann wirklich mehr gewesen.

Strike Back: Projekt Dawn (Staffel 1, FOX) 6 von 10

Die beiden britischen Geheimagenten Scott und Stonebridge sind immer dort im Einsatz, wo es besonders brenzlig wird: Indien, Kapstadt, Kosovo oder – wie im Finale – Budapest. In ihrem Kampf gegen den Terrorismus geht es äußert bleihaltig zur Sache, humorlos und auf direktem Weg bahnen sie sich ihren Weg zum Ziel. Das kann von Episode zu Episode äußerst spannend sein, ist auf Dauer aber dann leider auch etwas beliebig. Dem FSK 18 Label entsprechend geht es detailiert gewaltätig und freizügig zur Sache.

Unterwegs zum Kap (Staffel 1, National Geographic) 8 von 10

Oder auch bekannt unter dem Titel: Long Way Down. Ewan McGregor und Charly Boorman machen sich mit ihren Motorrädern auf den Weg von Schottland nach Kapstadt. Eine Reise von 24.000 km zusammen gefasst in 10 Episoden. Neben der eigentlichen Reise unternehmen die beiden immer wieder kleine Abstecher, um mit Land und Leute in Kontak zu kommen. Das liefert unglaublich tolle Bilder, aber auch emotional fühlt man sich den beiden sehr verbunden. Sie treffen den Präsidenten von Ruanda, übernachten in Sichtweite zu Elefanten, besuchen in Tunesien alte Star Wars Kulissen (wo McGregor sichtlich überrascht ist, von den anderen Touristen nicht erkannt zu werden) und kämpfen sich in Kenia durch sumpfige Flussbetten. Dabei wird glücklicherweise nicht das Bild von Hollywood Star McGregor als spontanen Rucksacktouristen gezeichnet, sondern man bekommt mit, wie groß die ganze Unternehmungen geplant war, incl. der Luxushotels, die sich mit dem Zelten in der Wildnis abwechseln. Es hat einen Riesenspaß gemacht, diese Serie zu schauen.

The Walking Dead (Staffel 2, FOX) 8 von 10

Die Gruppe Überlebender findet auf einer Farm Unterschlupf und kommt etwas zur Ruhe. Und je mehr Ruhe sie vor dem Zombie-Angriffen haben, um so mehr Spannungen treten innerhalb der Gruppe auf. Charakterentwicklung steht im Mittelpunkt dieser Staffel. Das ist stellenweise etwas langatmig und funktioniert auch nicht immer – ich kenne von den wenigsten Personen die Namen, kein gutes Zeichen, dass einem die Figuren ans Herz wachsen. Jedoch gibt es immer wieder einzelne Episoden, die wirklich mitreißend sind. Staffelanfang und Ende seien hier genannt, aber auch die Episode kurz vor der Staffelpause, welche die Serie dann noch einmal deutlich nach oben ziehen. Und der Cliffhanger am Schluß der Staffel macht wieder Lust auf mehr.

Ausgestiegen bin ich bei New Girl (zu nervig, die Kleine) und bei Touch (zu langweilig, der Kleine). Beim nächsten Mal sollte dann die neuste Staffel von 30 Rock dabei sein und von Long Way Round liegt die DVD bei mir bereit.

Bis in drei Monaten wieder!

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Responses

  1. Du schaust „Doctor Who“???!!! Unglaublich. Weil: Ich kann mit der Serie null anfangen, aber es ist scheinbar einer DER Serien, die man mal gesehen haben muss. Kann das sein? Wiki lobt ja aus vollen Tönen und bei teefury kommt ständig was darüber, womit ich dann nichts anfangen kann…mhm…

    Komme gut in die Feiertage! 🙂

  2. Ja, aber auch erst seit kurzem 🙂 Ich fand jetzt auch nicht jede Folge gut, aber da waren schon einige gute dabei.

    Auf Wiki würde ich allerdings nicht grade vertrauen, die wird im Zweifelsfall ja eher von Fans geschrieben. Allerdings sollte man die Bedeutung von Doctor Who nicht unterschätzen, ist ja nicht umsonst so langlebig in UK und hat wohl Generationen von Jugendlichen dort beeinflusst.


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