Verfasst von: Nummer Neun | 11. April 2012

The Road

Immer der gleiche Kampf morgens. Bloß unerkannt ins Büro kommen. Ohrstöpsel rein, Musik an. Die Welt drumherum ausblenden. Fast zwei Alben schaffe ich auf meinem langen Weg zur Arbeit. Eines in der S-Bahn in Richtung Innenstadt. Dann raus aus der Bahn und hoch zur Tram. Und wenn die Tram kommt: Album wechseln. Dann bin ich versorgt. Jetzt am Besten noch Buch oder Zeitschrift raus und etwas lesen während der Tramfahrt. In der S-Bahn muss ich meistens mindestens einen Teil der Strecke stehen. Im Stehen kann ich nicht lesen. In der Tram schon.

Und in der Tram, mit Musik im Ohr und was zu lesen vor den Augen, da kann dann erst mal kommen was wolle. Ich bin weg. Ich sehe nichts. Was um mich herum passiert, das kann ich ausblenden. Kollegen? Bekannte? Nicht mit mir. Ich seh dich nicht.

Knifflig wird es dann beim Aussteigen. Da sehe ich es zwar nicht mehr ganz so eng, da freue ich mich bei manchen, wenn ich sie dort treffe. Aber wenn nicht, dann halt nicht. Dann heißt es Musik etwas lauter drehen, leicht gesenkter Blick und ab. Entweder über den Weg da oben auf dem Bild, oder eine Station später, von wo der Weg etwas kürzer, aber nicht ganz so beschaulich ist.

Zehn Minuten später bin ich dann da. Büro, Büro. Eigentlich sollte man mir auf Knien danken, dass ich da bin. Wieder den Weg hier her geschafft habe. Tut aber keiner. Zu Recht. Dafür bekomme ich einmal im Monat mein Geld. Jeden Tag Wasser umsonst. Und ab und an sogar einen Osterhasen. Ich bin also wieder da. Wie jeden Tag. Einstempeln. Computer hochfahren. Mich selbst hochfahren. Jetzt kann’s los gehen.

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Responses

  1. So schlimm bei dir auf Arbeit?

  2. Nein nein, keine Sorge 🙂 Nur der Weg dahin zieht sich halt so!

  3. Wie lange bist du denn immer unterwegs?

    Und im Hintergrund sehe ich eine bestimmte Sorte Wasser. Das ist mein bevorzugtes Wasser, wenn wir in Bayern sind. 🙂 Bei uns gibt es das nirgendwo. Ich habe schon sämtliche Geschäfte danach abgesucht. Scheint ein regionales Produkt zu sein… 😦

  4. Eine Stunde brauche ich von Tür zu Tür…

    Ja das gute Adelholzener-Wasser gibt es tatsächlich nur hier in Bayern. Active O2 ist auch von denen, das gibt es aber dafür glaube ich überall.

  5. Ich bin auch eine Stunde unterwegs und höre die ganze Zeit Musik! Wenn ich mal meine Ohrstöpsel vergesse, kriege ich voll den Krampf! Deswegen habe ich ein paar Ersatz-Ohrstöpsel auf der Arbeit, damit ich wenigstens den Nachhauseweg genießen kann. Kenne das also zu gut 🙂

  6. 🙂 🙂 🙂 Sehr schön…nett zu lesen…und Erinnerungen, als ich noch öffentliche Verkehrsteilnehmer war. 5:45 Uhr. Wecker klingelt. Berg „runterrollen“. Zug meistens Verspätung. Dann kam es drauf an: Wie viele Minuten. Bei Pech: Im Bahnhof los rennen, um die Regiotram zu bekommen. Damit zum zweiten Bahnhof. Dort Berg hochhechten, um Straßenbahn zu bekommen. Insgesamt 1 1/2 Std Arbeitsweg. 1 1/2 Std das Ganze später zurück. Aber mit längerem Fußmarsch, weil Regiotram wegfiel und das „Beste“ kam immer zum Schluss: Der Berg kurz vor der Haustüre. *schwitzt* In der gesamten Zeit des Arbeitsweges hasste ich übrigens menschlichen Kontakt. Wollte meine Ruhe haben. Ein Buch. Musik. Eine andere Welt.

  7. Gut, die Berge bleiben mir wenigstens erspart. Mein Fußweg ist so wie flach wie ein Pfannkuchen.

    Auf der Arbeit habe ich auch noch mal auf Ohrstöpsel liegen, da ist allerdings schon ein Ohr kaputt…

  8. Danke 🙂 Ja, das sind die Schwäne aus Nymphenburg, sie haben richtig für die Bilder gepost 😀

    Lieber Gruß,
    Julia


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