Verfasst von: Nummer Neun | 28. Mai 2012

Slowenien Tag für Tag – Teil 2

Samstag, 19.05.: Slovenia in one day

Das Hotel ist leider etwas hellhörig, man bekommt recht viel mit von dem, was auf dem Gang passiert. Und auch das Frühstück ist nur Standard, Brot und Brötchen und die abgepackten Portionen, viel mehr gibt es nicht. Am ersten Tag war es dazu auch noch etwas hektisch im Frühstücksraum, heute ist es etwas entspannter. Ist ja auch früher.

Pünktlich um 8:15 geht es los mit der Tour. Mit an Bord: Ein älteres Ehepaar aus Indien (erste Frage an den Guide: „Wie war das eigentlich mit dem Kommunismus?“), eine in Finnland lebende Japanerin, drei asiatischstämmige Geschäftsreisende aus den USA (Frage an mich: „Und wie viele Länder schauen sie sich diese Woche an?“ – ich musste dreimal nachfragen, ob ich die Frage auch richtig verstanden habe) und unser Guide: Eine junge Slowenin, die uns gleichzeitig fährt und dabei über ihr Land erzählt.

Nach gut einer Stunde gelangen wir zur ersten Station: Den Bleder See mit der hoch oben thronenden Burg Blejski grad. Von dieser Burg aus hat man einen tollen Blick über den See mit der Insel, das grüne Umland und die Alpen im Hintergrund. Die Burg selbst sieht von außen spektakulärer aus, als sie dann von innen ist, aber die Aussicht reißt das wieder raus. Das tolle Wetter spielt dem natürlich auch noch voll in die Karten.

Die Blejski grad hoch oben auf dem Berg

Blick über das Land bis zu den Alpen

Der Bleder See mit der Marieninsel

Wir müssen fast 30 Minuten auf das indische Ehepaar warten, aber dann wird der Kleinbus wieder gestartet und es geht weiter nach Kranj, einer mittelgroßen Stadt. Die allerdings auch leider nur mittelmäßig spannend ist. Alter Marktplatz, Kirchen, Innenhöfe, fertig. Bitte weiter.

Der Platz an der Kirche in Kranj

Zum Mittagessen sind wir wieder kurz in Ljubljana und halten in einem Hotelrestaurant an einer Autobahn. Eine weitere Finnin schließt sich unserer Runde an. Nun fahren wir Richtung Westen, dort befindet sich die Höhlenburg Predjamski, eine mittelalterlichen Burg, die direkt am Eingang zu einem – in dieser Karster Gegend überall zu findenden – Höhlensystem liegt. Schon von außen fühlt man sich Jahrhunderte zurück versetzt, wie diese Burg an dem Berg hängt weckt die Abenteuerlust. Der Besucherandrang hält sich Mitte Mai in Grenzen, so dass man die Burg wirklich fast für sich alleine entdecken kann. Die Innenräume beinhalten alte historische Fundstücke, der Blick nach draußen in die grünen Berge ist fantastisch.

Zufluchtsort im Mittelalter, Touristenort heute

Von hier aus geht es weiter zur größten Touristenattraktion Sloweniens: Die Höhlen von Postonja. Von außen sieht es äußerst professionell aus, das Innere entschädigt. Mit einer kleinen Bahn geht es ca. 2km in den Berg hinein, dort wird man dann durch die beeindruckenden Tropfsteinhöhlen geführt. Die paar Bilder, die ich (heimlich) gemacht habe, geben die Höhlen nicht richtig wieder. Es ist tatsächlich atemberaubend. Riesige Höhlen mit Jahrmillionen alten Tropfsteinen. Und es ist kühl: Die Temperatur liegt hier, tief drinnen im Berg, bei konstanten 8°. Abkühlung nach einem heißen Tag.

Eindrucksvoller war es in echt

Das war die letzte Station auf der heutigen Tour. Und morgen? Morgen muss ich nach Portoroz, an die Küste. Und wie ich nebenbei mitbekommen habe, macht unser Guide genau dort hin morgen eine Tour. Für den halben Preis darf ich die halbe Tour mitmachen und werde dann an der Adria an meinem Hotel abgesetzt.

Verspätet kommen wir wieder zurück, erst um kurz vor acht bin ich wieder im Hotel in Ljubljana. Jetzt etwas sputen: Für viertel nach acht bin ich zum Champions League schauen verabredet. Das Finale dahoam und ich bin in Ljubljana. Ich treffe mich mit der Japanerin aus Finnland an der Dreibrückenanlage, wir holen uns schnell ein Pizzastück und suchen uns dann eine Bar am Fluß. Überraschenderweise sieht man recht viele Bayern-Trikots.

Ich bemühe mich, den Bayern wenigstens halbwegs die Daumen zu drücken. Das Spiel wird dramatisch, der Ausgang dürfte bekannt sein. Mitleid gibt es aber nicht, wer freiwillig Jupp Heynckes als Trainer hat, hat es irgendwo auch nicht anders verdient.

Sonntag, 20.05.: Der Weg zum Meer

Gleiches Spiel wie am Vortag: Wieder werde ich um 8:15 abgeholt. Nur dieses Mal habe ich gepackt und ausgecheckt und es heißt auf Wiedersehen Ljubljana. Schade, die Stadt hat mir wirklich sehr gefallen. Nun steht aber die Coastbuster-Tour auf dem Programm, jedenfalls halb. Das indische Pärchen ist wieder mit an Bord.

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir den Aussichtspunkt Grad Socerb. Von dieser alten Burg aus kann man die gesamte slowenische Küstenlinie absehen, von Kroatien bis zu Trieste in Italien. Bei dem klaren Wetter kann man sogar Venedig auf der gegenüberliegenden Seite erahnen.

Links Slowenien, rechts Trieste

Weiter geht es zu den Salinen von Portoroz. Hier wurde früher Salz aus dem Meerwasser gewonnen, mittlerweile wird die Anlage nur noch für die Touristen betrieben. Kommt mir etwas vor, wie ein Schulausflug. Völlig klar, wie das ganze funktioniert, wird es mir zwar nicht, aber die Salzschokolade im Shop ist lecker.

Die Salinen von Portoroz

Dann werde ich in Portoroz an meinem Hotel abgesetzt und während die anderen noch Piran und Koper erkunden, ist für mich heute Endstation. Zunächst sehe ich das Hotel jedoch nur von außen, erst um Punkt 14 Uhr darf ich mein Zimmer betreten.

Mein Zimmer für die nächsten Tage

Das Hotel gehört zu einer ganzen Anlage eines Betreibers. Alles noch sehr neu und modern, direkt an der Küste, und noch nicht besonders voll. Man merkt, es ist noch Vorsaison, es gibt noch Angebote, und bei drei Nächte buchen und nur zwei zahlen konnte ich einen guten Preis erzielen.

Die Stadt lebt von den zahlenden Gästen. Einen echten Ortskern sucht man vergeblich, dafür reihen sich Restaurants an der Küste entlang. In allen gibt es jedoch fast die gleiche Mischung aus Pizza, Pasta, Fleisch und Fisch und alle sind sie noch sehr leer. Ich genehmige mir einen Fleischspieß am Abend, das sieht wenigstens mal etwas nach Balkan aus. Die nächsten paar Tage sollen dann ganz der Küste gehören.

***

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Responses

  1. Du hast ja auch tolle Auslandseindrücke…
    RE: Freu dich, ich war nicht mal einen Tag in Prag, nur einige Stunden! Man war das stressig. 😀
    Ja, Altstadt..ein Traum, aber auch außerhalb ist es noch so schön aaalt. 🙂

  2. guck vllt mal bei den exotischen spezialitäten in einem großen supermarkt. da müsste es sie geben 🙂

    lg
    dahi

  3. Ich gehe hoffentlich bald auch in eine Höhle hinein…aber eine etwas andere Höhlentour. 😉 Abseilen, Klettern, Enge…bin schon sehr gespannt…viel Spaß noch! 🙂

  4. @ide: Danke, der letzte Teil des Reiseberichts kommt auch bald.

    @dahi: Hat mein Supermarkt leider nicht, habe hier nur solche City-Supermärkte in der Nähe :/


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