Verfasst von: Nummer Neun | 24. August 2012

Chiemsee Rocks 2012

Diesen Mittwoch war ich das erste Mal in Übersee. Übersee am Chiemsee. Dort findet jedes Jahr der Chiemsee Reggae Summer statt. Und seit einigen Jahren ein paar Tage vorher das Chiemsee Rocks. Genau dort war ich am Mittwoch. Und obwohl sämtliche Wetterdienste etwas anderes prognostiziert hatten, blieb es den ganzen Tag trocken und warm.

Das Festival war vor einer herrlichen Bergkulisse aufgebaut, die Bühne spendete grade in den heißen Mittagsstunden dringend benötigten Schatten. Die Local Heroes von First Class Ticket eröffneten den Tag, wir beobachteten sie mit Wasser und Bratwurst aus dem Schatten des Crêpes-Standes. Als Vorband nicht schlecht, aber die halbe Stunde reichte dann auch. In der Umbaupause wagten wir uns dann nach vorne, es folgten Anti-Flag, eine – nunja – Protestband mit gestrecktem Mittelfinger und Politikkritik, die damit aber kurz vor Kitsch standen. Musikalisch hört man sich das auf einem Festival mal an und dann ist es okay. Das Should I Stay Or Should I Go Cover war großartig, lustig wie der Drummer zum letzten Song ins Publikum stieg.

Es folgten die mir bis dahin unbekannten Me First & The Gimme Gimmes, einer All-Star Cover-Punkband, die für gute Laune sorgen sollte. Zwar merkte man, dass sie diesen Witz schon ein paar Jahre durchziehen – das aktuellste Stück war I Beliebe I Can Fly – funktioniert hat es aber immer noch. Von Leavin On A Jet Plane habe ich heute noch einen Ohrwurm. Aber doch: Das war gut!

Es folgte mit The Gaslight Anthem der Grund, warum wir eigentlich dort waren. Etwas skeptisch war ich trotzdem, bei Rock im Park im vergangenen Jahr hatten sie mir ja gar nicht gefallen und auch das neue Album ist relativ überraschungsfrei. So wurde dann auch ihr Auftritt: Ganz okay, mehr aber auch nicht. Starker Beginn mit Great Expectations und The ’59 Sound, danach klang dann doch alles recht gleich. Ich will gar nicht wissen, wie andere, die die Band nicht kennen, den Auftritt fanden. Dazu ein Sänger, der ab und an mal schüchtern ins Mikro lächelte ohne zu wissen, was er sagen will. Eine Festival-Band werden die nicht mehr. Aber ich hoffe, dass ihr eigenes Konzert im Oktober dann etwas besser wird.

Danach war dann erst mal Pause, diesen langweiligen Rotz von Deichkind muss man sich ja nicht ansehen. Aber anhören schon, da kam man nicht drum herum, obwohl das Festivalgelände schon sehr weitläufig war und man grade in der hinteren Hälfte mehr als genug Platz hatte. Nach Studium der Essensstände entschieden wir uns für Asia-Nudeln, im nach hinein vielleicht nicht grade die beste Wahl. Warum haben Deichkind so eine aufwändige Bühnenshow? Damit sie sich nicht langweilen, während ihre Musik vom Band läuft.

Zu den Beatsteaks, dem Abschluß-Act des Tages, suchten wir uns wieder weiter vorne einen Platz. Sogar das ging um diese Zeit noch sehr entspannt. Was soll man sagen: Die Beatsteaks sind live klasse, da kann man auch Spaß haben, wenn man (so wie ich) grade mal einen Song mit Namen benennen könnte. Einerseits typisch berlinerisch, andererseits gar nicht mal zu glauben, dass die aus Deutschland kommen. Twist & Shout covern können sie auch, also wer die Möglichkeit hat, sie live zu sehen, der sollte sie wahr nehmen.

Als danach das Licht wieder an ging, liefen die Beatles mit Revolution und wir zurück zum Parkplatz. Es war ein schönes Festival, vielleicht nicht der ganz große Kracher, aber für nur 38€ durchaus ein fairer Preis. Um halb eins waren wir bereits zurück in München. Der folgende Tag im Büro war dann etwas zäh. Ja, nennen wir es mal zäh.

Und nun etwas Musik: 6von9 in diesem Monat mal mit einem Chiemsee-Special. Es gibt First Class Ticket (I Swear), The Clash (Should I Stay Or Should I Go), Me First & The Gimme Gimmes (Leavin On A Jet Plane), Gaslight Anthem (Here Come My Man), die Beatsteaks (Let Me In) und die Beatles (Revolution).


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