Verfasst von: Nummer Neun | 14. September 2012

(Dunkler) Ritter aus Leidenschaft

Ein Superheld ohne Superkräfte (via)

Ich habe es ja nicht so mit den Comic-Superhelden. Werden die mal wieder verfilmt, mache ich da meistens einen großen Bogen drum. Ich mag keine durch die Luft fliegenden, spinnenwebenverschießende, kostümierte Helden. Ich will einen gebrochen Mann, der sich im vollgebluteten Unterhemd durch ein von Terroristen besetztes Hochhaus schießt und pöbelt.

Nun hatte ich vor einiger Zeit den Trailer von The Dark Knight Rises im Kino gesehen und der sah sehr stark aus. Wirkte gar nicht comic-haft und ich hätte fast nicht mal mit bekommen, dass es sich dabei um den neuen Batman-Film handelte. Sollte ich den Filmen doch mal eine Chance geben? Die sollen ja so gut sein, heißt es. Und Christopher Nolan als Regisseur ist ja auch mal ne Ansage.

Also: Die ersten beiden Filme auf DVD bei einer Kollegin ausgeliehen und vor ein paar Wochen an einem Tag weg geschaut. Was bei der epischen Länge der Filme schon nicht so ohne ist. Batman Begins hat mich dann gar nicht mal so überzeugt. Ich mochte den realistischen Touch der Welt, auch wenn es etwas düster war. Die Batman-Figur fand ich auch ganz gut, ich wußte vorher ja nicht mal, dass er keine übernatürlichen Fähigkeiten besaß, sondern nur dank der kostspieligen Gadgets überleben kann. Aber der Kloster-Einstieg war mir ein kitschiger Graus und auch die Nebenfiguren nicht wirklich originell. Ein alter treuer Butler? Katie Holmes (die ja, unter uns gesagt, gar nicht mal so viel kann, außer den Mund verziehen – das war als Jugendliche in Dawsons Creek noch süß, aber mit zunehmenden Alter entzieht sich der Effekt) als Geliebte? Nun ja.

Da war The Dark Knight im Anschluß doch schon ein ganz andere Nummer. Mit dem Joker ein überzeugender Gegenspieler, der eine gesunde Mischung Wahnsinn in den Film brachte. Dazu mit Gotham Cities neuem Helden eine weitere Nebenfigur, die ich – unwissend wie ich war – so nicht erwartet hätte. Gewohnt gut inszeniert von Nolan vergingen die Stunden wie im Fluge. Ja, die Trilogie auf der großen Leinwand abzuschließen könnte sich lohnen.

Und so saß ich dann also am Montag im Kino und wartete, dass die Lichter ausgingen, der Vorhang sich öffnete und der Film begann. Gefühlte vier Stunden später, als der Film schließlich vorbei war, war ich dann gar nicht mal so zufrieden.

Am offensichtlichsten an The Dark Knight Rises war ja, dass Batmans Gegenspieler, diese optische Mischung aus Darth Vader und Hannibal Lector, nicht funktionierte. Dieser seltsame hin und her Wandel zwischen Batman als leicht gebrechlichen alten Helden, aber dann wieder doch fit und vital durch die Gegend prügelnde Ikone, machte die realistische Normalmensch-Vorstellung leider etwas kaputt. Auch die Rückverweise auf den eher durchschnittlichen ersten Teil waren nicht so förderlich. Warum nicht einfach einen dritten Film machen, ohne diesen wir müssen die Triologie rund machen-Zwang? Und absolut unsinnig natürlich die Nummer mit der Flucht aus dem Gefängnis, was angeblich erst ein Mensch vorher geschafft hatte. Die potentiellen Ausbrecher waren an einem Seil gesichert, während sie die Röhre hoch kletterten? Warum zog man sie nicht einfach hoch? Schade schade, da halfen auch die hochwertigen Bilder und der tolle Sound nicht mehr viel.

Batman Begins (6 von 10)

The Dark Knight (9 von 10)

The Dark Knight Rises (6 von 10)

Chance vertan. Ich werde wohl in Zukunft einfach weiterhin diese Comic-Superhelden meiden. Außer das Genre nimmt sich wieder selbst auf die Schippe. Super oder Kick-Ass, diese Filme mag ich ja.

Advertisements

Responses

  1. „Batman Begins“ habe ich damals auch nur gesehen, weil ich mich einer Gruppe, die den Film unbedingt sehen wollte, gebeugt habe. „The Dark Knight“ ist einer meiner Lieblingsfilme. „The Dark Knight Rises“ kommt zwar nicht an „The Dark Knight“ ran, aber so schlecht fand ich ihn auch nicht. Es war ja auch schwer, auf den zweiten Teil nochmal einen draufzulegen. 😉

    Mit den ganzen restlichen Comic-Superhelden kann ich allerdings auch nichts anfangen. Spiderman und Superman finde ich einfach nur nervig. Der einzige, der noch ein bisschen witzig rüber kommt ist IronMan. Aber auch der kommt für mich nicht an Batman ran…

  2. IronMan hat ja glaube ich auch keine übernatürlichen Kräfte, wenn ich das richtig gelesen habe, richtig? Also auch kein fliegender Superman oder ein Spiderschw… äh.. Spiderman.

  3. Genau, IronMan lebt auch von den nicht ganz günstigen Entwicklungen seines Unternehmens.
    Anders als Batman versucht er allerdings nicht seine Identität geheim zu halten.


Kategorien

%d Bloggern gefällt das: