Verfasst von: Nummer Neun | 15. Oktober 2012

Jetset

Jetset-Leben.

Wer’s mag. Ich habe einen ganz normalen Bürojob. Morgens hin, abends zurück. So gefällt mir das. Gleich zweimal gab es jedoch in der vergangenen Woche eine Ausnahme von dieser Regel. Einmal im Jahr laden wir unsere Kunden gesammelt ein, um mit ihnen einen netten Abend zu verbringen. Dieses einmal im Jahr ist im Herbst und eingeladen wird in München, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf. Ich durfte in diesem Jahr an den Veranstaltungen in Hamburg und in Frankfurt teilnehmen. Und meine Firma repräsentieren.

Ist allerdings nur halb so spannend, wie es sich vielleicht anhört. Im Backoffice habe ich nicht so viel Kundenkontakt. One face to the customer ist da der Fachbegriff. Von den Gästen kannte ich kaum jemanden. In Hamburg war das noch etwas schlimmer als in Frankfurt, wo ich wenigstens fast eine Handvoll der Gäste kannte. So war es meist einfacher, sich mit den Kollegen zu unterhalten. Auch nett, aber irgendwie nicht der Sinn des Abends. Small-Talk kann ja so furchtbar sein! Und Rudelbildung wird eher nicht so gerne gesehen.

Stressig ist es auch. Mittags zum Flughafen, dann nach Hamburg oder Frankfurt. Nur kurz ins Hotel, ausgeh-fein gemacht, weiter zur Veranstaltung und dort bis Mitternacht verweilen. Am nächsten Morgen Frühstück, Flughafen und zurück nach München. Wo man erst am Mittag wieder am Schreibtisch sitzt. Was das an Zeit und Geld kostet? Wenigstens konnte ich mir am Tag nach der Frankfurt-Veranstaltung frei nehmen und meine Eltern übers Wochenende besuchen.

Heute nun habe ich fast eine Stunde damit zugebracht, meine Reiseunterlagen zusammen zu stellen. Hatte ich alle Flugtickets noch? Die Reisepläne? Taxi-Quittungen? Was kann ich einreichen, was ist mein Privatvergnügen für die Verlängerung in Frankfurt? Habe alles in der Buchhaltung abgegeben. Aber bin mir sicher, in ein paar Tagen wird das wieder auf meinem Schreibtisch liegen. Mit dem Verweis auf irgendetwas was fehlt. Hinweise, Bestätigungen, Unterschriften. Fallstricke gibt es da genügend.

Jetset? Bitte nicht. Außer im Urlaub. Natürlich.

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Responses

  1. Als Angestellte in der Buchhaltung kann ich dir jetzt schon mal sagen, dass zu 90% immer irgendwas fehlt. 🙂

    Reisekostenabrechnungen gehören auch nicht unbedingt zu meiner Lieblingsbeschäftigung. Du warst ja nur innerhalb Deutschlands unterwegs. Das ist alles halb so wild – genauso wie innerhalb der Euro-Länder.

    Furchtbar finde ich immer diese Abrechnungen aus Russland die auf meinem Tisch landen.
    Die Belege sind nicht zu entziffern, weil kyrillisch nicht unbedingt zu meinen Stärken zählt. Und dann müssen noch alle Beträge, mit den Kursschwankungen der jeweiligen Tage umgerechnet werden, usw.
    Schön sind Reisekostenabrechnungen für Buchhalter/-innen auch nicht. 🙂

  2. Deutsche Bürokratie…ich bekomme immer die Krise, wenn eine Reisekostenabrechnung ansteht…

  3. @LittleMissSunshine: Beruhigend, dass es auf der anderen Seite auch so ist…

    Heute gab es schon das erste Feedback: Hatte nicht angegeben, dass ich in den Hotels auch Frühstück hatte. Das gibt nämlich einen Abzug von der Spesenpauschale.

  4. Genau.
    Aber eigentlich muss das Frühstück auf der Hotelrechnung auch separat ausgewiesen sein.
    Das kann man an den verschiedenen Steuersätzen erkennen. 7% für die Übernachtung und 19% für Dinge wie Frühstück…

  5. Das Hotel lief über eine Sammelrechnung, die habe ich nie gesehen.

  6. Reisekostenabrechnung… das erinnert mich an was… :/
    Ich bin ja relativ viel beruflich unterwegs und am Anfang fand ich das auch alles total toll und spannend. Aber das lässt mit der Zeit auch nach. Morgens nach Berlin, abends zurück – kann auch lustig sein, wenn man noch privat Zeit einbauen kann.
    Aber diese Reisekostenabrechnungen, GNAH!


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