Verfasst von: Nummer Neun | 28. November 2012

Kino-Dreikampf

Der November geht und mit ihm die letzten Fünkchen Hoffnung auf gutes Wetter. Was bleibt also? Der Gang ins Kino. Dreimal war ich in der vergangenen Woche. Gelohnt hat es sich meist auch. Und wenn ich mir den Dezember-Terminkalender anschaue mit all seinen Weihnachtsfeiern, dann waren das vielleicht auch schon die letzten Kinogänge für dieses Jahr.

Cold Blood – Kein Ausweg. Keine Gnade.

Die Geschwister Addison (Eric Bana) und Liza (Olivia Wilde) sind nach einem Casino-Überfall auf der Flucht. Weit kommen sie aber nicht, im winterlichen Michigan haben sie einen Unfall. Sie trennen sich, um einzeln den Weg über die Grenze nach Kanada zu schaffen. Sie bezirzt dazu Jay (Charlie Hunnam aus Sons Of Anarchy), er dagegen schießt und prügelt sich seinen Weg frei. Sie treffen sich wieder im Haus von Jays Eltern, rechtzeitig zum Thanksgiving-Essen. (Trailer)

So richtig funktionert der Film nicht. Dialoge teilweise kurz vor dem Fremdschämen, Charakterbildung mit dem Holzhammer und eine etwas holprige Story. Dazu eine völlig uninteressante Vater-Tochter Problematik bei der örtlichen Polizei. Auf der Habenseite hat der Film dafür ein schönes Setting (ich mag Filme im Schnee), Atmosphäre, ein paar harte Actionszenen und ein wirklich gelungenes Finale, wenn alle an Thanksgiving wieder zusammen treffen. So hat Cold Blood auf den letzten Metern doch noch die Kurve bekommen. Viele Google-Anfragen wird der Film jedoch nicht hervor rufen.

Punkte: 6 von 10

Argo

Iran 1979. Während eines Aufstand wird die amerikanische Botschaft gestürmt und die Angestellten als Geiseln genommen. Sechs Diplomaten gelingt jedoch die Flucht ins kanadische Konsulat. Um sie wieder in die Heimat zurück zu holen, heckt die CIA einen absurden Plan aus: Unter Leitung von Agent Mendez (Ben Affleck, der auch Regie führte) sollen sich die Diplomaten als Filmteam ausgeben, die im Iran nach Drehplätzen für den Sciene Fiction Film Argo ausschau halten. (Trailer)

Thriller und Politdrama, die Dank der Hollywood-Story einen auch immer wieder schmunzeln lässt. Der Mix funktioniert, der Film ist spannend von der ersten Sekunde an (der eindrucksvollen Erstürmung der Botschaft) und hält das Niveau auch mühelos bis zum Ende. Das Timing passt, der Fluchtplan steht dauernd auf der Kippe, man hat lange nicht mehr ein Telefon so spannend klingeln hören. Es ist ein wenig wie Oceans Eleven in einem Politfilm. Und das ganze nach einer wahren Begebenheit.

Punkte: 9 von 10

Cloud Atlas

Ähm okay, also der Inhalt: Sechs verschiedene Geschichten in sechs verschiedenen Epochen – vom 19. Jahrhundert bis in eine apokalyptische Welt – die leichte Berührungspunkte haben. Und in allen Geschichten spielen Tom Hanks und Halle Berry (oder wie ich sie nenne: Tom & Bery) mit. (Trailer)

Ein wirklich ungewöhnlicher und ambitionierter Film. Die Genres wechseln mit den Episoden, es wird munter hin und her gesprungen. Drei Stunden geht das Machwerk, dank der vielen verschiedenen Handlungen wird es aber nur selten langweilig. Wenn man sich ein wenig darauf einläßt, bekommt man einen Film, den man so schnell nicht vergisst. Optisch sind die Welten und die Masken ein Traum. Leider fehlt ein wenig das große Aha-Erlebnis am Ende und auch der Zusammenhang zwischen den Geschichten wird nicht immer ganz deutlich. Aber trotzdem wirklich gelungen. Als ob ein Film mit Katy Karrenbauer schlecht sein könnte.

Punkte: 8 von 10

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Responses

  1. Cloud Atlas muss ich mir auch unbedingt noch anschauen, der klingt wirklich interessant und ich hab schon viel Gutes darüber gehört 🙂

  2. Der Ansatz ist auf jeden Fall interessant. Ob das Ergebnis einem dann gefällt, muss man sehen, man muss sich halt schon etwas drauf einlassen… und wie es immer so ist: Das Buch soll im Vergleich natürlich besser sein.


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