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Ausnahmezustand

Da hatte ich mir ja genau das richtige Wochenende heraus gesucht, um nach Hause zu fahren. Bereits am Morgen kreiste dort der Polizeihubschrauber über der Innenstadt und sollte auch für den restlichen Tag bleiben.

Eine Demonstration der NPD war für diesesn Tag in meiner Heimatstadt angekündigt. Begleitet wurde sich von einer großen Gegendemonstration und einem dementsprechen hohen Polizeiaufgebot, welches die Innenstadt in eine Festung verwandelte. Polizeiwagen standen in Reihe auf beiden Seiten der gesamten Einkaufsstraße.

Polizeikorso

Der Fuhrpark in voller Pracht

So viel Polizei an einem Ort hatte ich bisher noch nicht gesehen, nicht einmal beim Hochsicherheitsderby Stuttgart gegen Karlsruhe im vergangenen Jahr. Die Straßen waren also voll, die Geschäfte dagegen natürlich leer. Ein gespenstisches Szenario.

Verabredet war ich am Nachmittag für einen Café. Nachdem wir beide irgendwann einen Weg auf die Einkaufsstraße gefunden hatten, nahmen wir dann in einem Café Platz, direkt am Fenster. Nebenbei gesagt: Als ich das letzte Mal dort war, hieß es noch anders, aber sah genau so aus. Wie die Zeit vergeht.

Man quatschte also ein wenig, während sich draußen die Polizei zusammenzog und ihre Abriegelung praktisch direkt vor dem Café aufbaute. Die Tür wurde sicherheitshalber abgeschlossen, ab und an kam mal einer der Sturmtruppler zum Pinkeln rein.

Beste Sicht

Beste Sicht auf alle Plätze

Passiert ist dann letztlich zum Glück wenig. Die Gegendemonstraten erreichten, dass die Nazis nicht über die Einkaufsstraße (Zitat: Die Hauptschlagader der Stadt) gelangten, sondern für ihre genehmigte Demonstration eine Alternativroute nehmen mußten. Die Polizei nahm die Personalien einiger Gegendemonstranten auf und dabei blieb es dann auch. Irgendwann später kehrte wieder der Alltag ein. (Siehe auch: Frankurter Rundschau)

Demonstration

Der Hot Spot des Tages gegen Ende der Aktion

Frischer Wind in Karlsruhe

Vergangenen Samstag habe ich mir etwas gekauft, was ich mir bestimmt schon seit 10 Jahren, wenn nicht sogar seit 15 Jahren, nicht mehr geleistet habe: Ein PC-Spiel. Die neuerliche Krise beim KSC macht es möglich: Die Lust auf einen Fußball-Manager war mal wieder da.

Vorher im Internet recherchiert, was gibt es denn da, welche Games sind auf dem Markt und zu empfehlen? Die Wahl fiel dann nicht auf den Fußball-Manager von EA Sports, sondern auf das Referenzprodukt aus England: Der Football Manager 2010 von Sega. Nur ein kleiner Unterschied im Namen, aber ein großer im Spiel. Da der Football Manager in Deutschland jedoch nicht vertrieben wird (EA Sports sei Dank), mußte ich es über Amazon in UK kaufen und mittels Sprachfiles in Communities eindeutschen. Und schon konnte es los gehen.

Das Spiel selbst hat teilweise den Charme einer Excelmappe oder eines Telefonbuchs (die älteren werden sich erinnern), aber wenn man dann seine Spieler in einfacher 3D-Darstellung über den Platz huschen sieht, fiebert man sofort mit. Mittlerweile habe ich die erste Halbserie mit dem KSC gespielt und stehe auf Rang 4 der Tabelle. Erstaunlich auch, wie genau dieses englische Spiel einen deutschen Zweitligisten kennt: Auch im Spiel gab es Phasen, in denen sie nur um das Tor herum gespielt haben, die Gehälter sind etwas zu hoch, so dass es finanziell nicht besonders rosig aussieht, die guten Nachwuchsspieler sind alle da und auch hier bringt Tarvajärvi so gut wie nichts. Eine der ersten Amtshandlungen war daher, einen jungen brasilianischen Stürmer zu verpflichten, der jetzt schon einige Tore erzielt hat.

Den letzten Sonntag habe ich damit schon am Laptop verdaddelt und auch an meinem freien Tag heute sah es nicht sehr viel anders aus.

Kommen wir nun zu meinem Ohrwurm der letzten Tage:

Rockstar Games. Bei denen würde ich sofort anfangen zu arbeiten. Alleine schon wegen dem Firmennamen. Aber damit zurück ins richtige Leben.

A day in the Life

Viel los, vergangenen Freitag. Nicht alles war gut, nicht alles war schlecht. Eher von jedem etwas.

Los ging es mit einem Firma- Außendiensteinsatz: Medientage München 2009. Drei Tage ging die Veranstalung insgesamt, am letzten Tag durft auch ich hin und konnte mir zwei Vorträge anhören. Zunächst ging es um Werben in zwei Welten und dem Sinn von Werbung im Privat-TV und dem werben im öffentlich-rechtlichen Programm. Dazu wurde eine hochkarätige Runde mit den Chefs der IP (dem Vermarkter von RTL, VOX, SRTL und n-tv), den Vermarktern von ARD und ZDF (Zitat: wir stehen für Kontinuität, unser Vorabend ist der gleiche wie vor 30 Jahren), sowie Vertretern von Mediaagenturen und Werbungstreibenden zusammen gestellt und es entstand eine lebhafte und interessante Diskussion, die vielleicht manchmal etwas abdriftete (aber Witze über die Werbekunden des ZDF bieten sich ja geradezu an), aber immer spannend blieb. Schade, dass im Publikum vielleicht nur 30 Zuhörer saßen.

Als zweites folgte dann das Thema Das Internet übernimmt den Fernseher. Ausgesucht nur nach dem Titel, war die dortige Diskussion dann doch etwas enttäuschend, entwickelte es sich doch völlig anders als erwartet. So ging es nicht um die Leitfunktion der beiden Medien, sondern, ganz technisch, darum, über den Fernseher Internetdienste zu nutzen. Von der Zukunftsfähigkeit dieses Konzeptes bin ich auch nach der Diskussion nicht überzeugt.

Medientage 2009

Hochkarätige Runde auf den Medientagen (via)

Frustrierend ging der Tag dann weiter, mit dem Verfolgen des KSC-Spiels in der Sportkneipe meiner Wahl. Wie in den letzten beiden Jahren schon oft gab es mal wieder eine knappe Niederlage, begünstigt dadurch, dass man erneut einige Stunden hätte weiter spielen können, ohne ein Tor zu erzielen. Vielleicht sollte man sich doch mal beim Handball melden, da kann man auch so schön um den Strafraum herum spielen.

Mit dem Schlußpfiff wollte ich den Laden dann schnellstmöglichst verlassen. Weiter ging es mit dem Abendessen im La Hacienda und sehr leckeren Fajitas. Ich liebe diese Dinger.

Der Abschluß des Tages war dann die Geburtstagsfeier vom Musikexpress in München. Als Gast-DJs waren Carl Barât (Libertines) und Didz Hammond (Dirty Pretty Things) angesagt, die dann auch irgendwann im Laufe der Nacht wohl kamen. Die Party war dann musikalisch doch etwas anders als erwartet (recht hoher Elektronikanteil), so dass sich der Spaß dann leider doch nicht richtig eingestellt hat. Höhepunkt war da schon, als mal Libertines und The Cure hintereinander gespielt wurden. Um zwei Uhr sind wir dann schon weg. Boys don’t cry.

Statistik im Oktober: 569 Views (September: 459). Danke dieses Mal an meine beste Mitarbeiterin Nora Tschirner, die 90 Leute von den Suchmaschinen dieser Welt hierher geschaufelt hat. Schuhe von Jack and Jones standen auch recht hoch im Kurs (sind ja auch gut), dicht gefolgt von den Riesenschnitzeln. 2 Cottbuser in Schweiz waren hier, jemand suchte nach zähne nummerierung und fragte sich, läuft laxvik aus? Keine Ahnung.

Schluß für heute, ist ja eh schon wieder so viel geworden.

Der Fußball-Abend

Eigentlich stamme ich ja aus dem Frankfurter Raum. Dort gibt es im Profifußball nur die Eintracht, den Fußballclub aus der häßlichsten Stadt Deutschlands lassen wir mal außen vor. Als junger Heranwachsender hat man da nicht viel andere Möglichkeiten, sich abseits der Eintracht fußballerisch zu orientieren. Als ich jung war und anfing, mich für Fußball zu interessieren, da spielte in Frankfurt der Fußball 2000. Legenden wie Bein, Möller, Okocha, Gaudino oder Yeboah legten ein Spiel auf den Rasen, das zum Zunge schnalzen war. Parallel dazu kam zu dieser Zeit ein Underdog überraschend in den UEFA-Cup, überzeugte dort mit Kampf und Leidenschaft und gelangten so bis ins Halbfinale des damals noch wesentlich höher bewerteten Wettbewerbs. Und ich wurde KSC-Fan.

Die Eintracht hatte ich aber immer noch mit im Blick, war immer mal wieder im Stadion, welches ich auch, nebenbei gesagt, für eines der schönsten im Lande halte. Eines der beeindrucksten Spiele, die ich selbst in einem Stadion miterlebt hatte, war dann auch eines der Eintracht. Ein geradezu überragender 4:1 Erfolg gegen den FC Bayern. 1995.

Dementsprechend groß war die Vorfreude auf das Pokalduell im TV heute. Das Vorspiel in der Liga am Samstag versprach ja schon einiges, es hatte nicht viel gefehlt und die Eintracht hätte den Bayern einige Punkte geklaut. Heute dann der Pokal, ein K.O.-Spiel, alles oder nichts, vielleicht sogar Franz gegen Gomez. Ich hatte Bier, ich hatte Erdnüsse, ich hatte die volle Konzentration auf das Spiel.

Und dann kommt diese erste Hälfte. Überzeugende Bayern, nevöse Hessen. Zwar störten sie die Bayern früh im Spielaufbau, doch diese waren heute so stark, dass sie sich davon nicht aus der Ruhe bringen ließen. Dagegen die Eintracht zu langsam im Aufbau und zu unpäzise im Spiel nach vorne. Ohne Ribery und Robben, aber mit zwei echten Spitzen, kamen die Bayern zu einigen Torchancen und führten nach 20 Minuten durch zwei Klose-Tore bereits 2:0. Der unsichere Franz, unser alter Iron-Maik, dann mit einem katastrophalen Fehlpaß und es steht 3:0 zur Halbzeit.

Die Tagesthemen in der Halbzeitpause nerven mit überzogenen Fußballvergleichen, die zweite Halbzeit beginnt auch nicht viel besser. 0:4 nach 50 Minuten, drei Minuten später noch ein Abseitstor. Im (außergewöhnlich guten) Eintracht-Blog dürfte es spätestens jetzt hoch her gehen. Und ich erspare mir, was immer jetzt auch noch kommen mag, die weitere Aufzählung der Ereignisse.

Wenigstens war es nicht mein Verein, das macht es nicht ganz so tragisch. Meine Jungs versuchen erst am Freitag wieder, etwas zählbares zu Stande zu bringen. Und vielleicht schaffen sie es ja auch mal, in Führung zu gehen und diese Führung dann länger zu halten als nur ein paar Minuten. Oder die Frage ist, wer macht dieses Mal den entscheidenden Fehler – Miller, Drpic oder Langkamp? Oder jemand ganz anderes?

Es wird spannend. Freitag 18 Uhr: Fortuna Düsseldorf gegen den KSC live auf Sky, Liga total oder im illegalen Streaming-Angebot Ihrer Wahl.

Wer hat’s gesagt?

Beatles oder Rolling Stones? Coca Cola oder Pepsi? Star Wars oder Star Trek? Windows oder Mac? McDonald’s oder Burger King? Oasis oder Blur? Schlagsahne oder Schokosauce? Aufstehen oder liegen bleiben? Es kommt der Moment, in dem man sich entscheiden muss.

Neuerdings gehört zu diesen Fragen ja auch Schmidt oder Pocher? Bei vielen TV-Kritiken zu diesen beiden Sendungen bekam man ja das Gefühl, dass die Texte schon lange vor der Ausstrahlung geschrieben wurden. Pocher als der niveaulose Nichts-Könner, Schmidt mit dem genialen Witz auf der Meta-Ebene. Dabei wird gerne vergessen, wie Schmidt damals in seiner Late-Night-Show gealtert ist. Angefangen hatte er auch mit einem eher deftigem Humor, wie z.B. Bimmel und Bommel.

Heute Abend habe ich mir die doppelte Dosis gegeben und mir Dank modernster Technik beide Sendungen hintereinander angeschaut. Und jetzt die Frage an euch, wer hat’s gesagt? Schmidt oder Pocher?

1.) Die Bayern haben sich gestern mal zusammen gesetzt und miteinander geredet. Haben aber nicht so viel verstanden, weil die Musik so laut war im P1.

2.) Jede dritte Dönerbude ist versifft. Ich muss sagen: Da hat sich viel verbessert!

3.) Die ganzen 68er sind lebenslang mit ner Matte rumgelaufen.

4.) Impfen? Ex-Fahrradprofi Jan Ullrich sagt: Nein, brauche ich nicht, der Impfstoff wird ja eh aus meinem Blut hergestellt.

5.) Ein Prominenter läßt sich nicht impfen: Jopi Hessers. Begründung: Ich habe auch schon die Pest überlebt!

Tipps bitte in die Kommentare. Die richtige Antwort erscheint in den nächsten Tagen ebenfalls dort. (Die Möglichkeit, dass man die Lösung sieht, wenn man den Monitor umdreht, habe ich technisch leider nicht hinbekommen)

Zum Abschluß noch ein Tipp: Auf der Seite vom Rockpalast lassen sich ganze Konzertmitschnitte in Bild und Ton verfolgen. Die ganz großen Bands sind da vielleicht nicht mit dabei, dafür jedoch einige Acts aus dem Nummer Neun- nahen Umfeld, wie z.B. The Gaslight Anthem, Johnossi oder Soundtrack of our Lives. Also mal reinschauen.

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